Kommandeure



Zur taktischen Führung des Flugbetriebes an einzelnen Frontabschnitten wurden Kommandostellen aufgestellt.
Diese sollten in Verbindung mit der Führung der Flotte den Einsatz der Marinefliegerverbände vor Ort koordinieren. Dazu unterstanden ihm taktisch die Flugstationen im jeweiligen Bereich.
Die personelle und materielle Ausstattung der Flugstationen sowie der Schulungsbetrieb vor Ort, fiel weiterhin im Bereich der einzelnen Dienstelle, den die Flugstationen angehörten (I. SFA, II. SFA, LFA).


Kofl.M.K. K.d.Flieg.F. Kofl.O Kofl.B.B.G. Kofl.N Gruflsee Gruflküst Kofl Türkei

Kommandeur des Luftfahrwesens des Marinekorps Flandern (K.d.L.F.)
Kommandeur der Flieger des Marinekorps Flandern (Kofl.Mar.Korps)

Innerhalb des Generalkommandos des Marinekorps Flandern wurde am 22. Dezember 1914 die Dienststelle des Kommandeurs des Marineluftfahrwesens des Marinekorps gebildet. Dem Kommandeur unterstanden die I. und II. Marine-Landfliegerabteilung, die im September 1915 in I. und II. Marine-Feldfliegerabteilung umbenannt wurden.
Die Dienststelle des Kommandeurs des Marineluftfahrwesens wurde zum 6. Februar 1918 in Kommandeur der Flieger des Marinekorps Flandern umbenannt.
Außer den Flugzeugen verfügte das Marinekorps auch über eine Marinefesselballonabteilung. Sie wurde Ende 1914 aufgestellt und am 24. Oktober 1917 vom Heer als Feldluftschiffabteilung 47 übernommen, blieb aber weiterhin dem Kommandeur des Marineluftfahrwesens bzw. dem Kommandeur des Marinekorps Flandern unterstellt.

Im Frühjahr 1917 wurden das Kommando der Seeflieger, das Kommando der Küstenflieger und das Kommando des Feldfliegerkorps als Einsatzkommandos eingeführt, die Dienststelleninhaber ab 6. Februar 1918 als Gruppenkommandeure bezeichnet. Außerdem wurde ein Gruppenkommandeur für die Marinejagdflugzeuge (Marine Gruja) ernannt.
Schließlich gab es im Befehlsbereich des K.d.L.F. noch das Kommando der Fernlenkwaffe (Fernlenkbootsabteilung). Zu diesem Kommando zählten die Fernlenkzüge I und II mit je zwei FL-Booten und je einem Flugzeug.
Standorte / Bezeichnungen
24.12.1914 - 06.02.1918 Kommandeur des Luftfahrwesens des Marinekorps Flandern (K.d.L.F.)
06.02.1918 - 25.10.1918 Kommandeur der Flieger des Marinekorps Flandern (Kofl.Mar.Korps)

Leiter
??.10.1914 - 01.02.1916 Kpt.z.S. Hans Herr
01.02.1916 - 06.05.1916 Kpt.z.S. Hans Gygas
06.05.1916 - 28.09.1917 Kpt.z.S. Hans Herr
29.09.1917 - 25.10.1918 Kvt.Kpt. Gerhard Stubenrauch

+ Stab
31.07.1915 - 30.04.1916Olt.z.S.(B)Hermann MollKommandiert zum K.d.L.F. (Stab) als Adjutant
01.05.1916 - 22.03.1918Lt.d.R.M.I.(F)Friedrich JordanKommandiert zum K.d.L.F. (Stab) als Adjutant
04.01.1917 - 22.08.1917Lt.d.R.M.A.Ernst SteinadlerKommandiert zum K.d.L.F. als 2. Adjutant
06.08.1917 - 04.03.1918Lt.d.R.M.I.(F)Adalbert LehnerKommandiert zum K.d.L.F. (Stab) als 2. Adjutant
22.08.1917 - 04.03.1918Lt.d.R.M.A.(B)Bruno MajewskiKommandiert zum K.d.L.F. (Stab) als 1. Adjutant
12.12.1917 - 10.10.1918Lt.z.S.(B)Hans Jürgen zur NeddenKommandiert zum K.d.L.F. (Stab) als Adjutant
04.03.1918 - 14.10.1918Lt.d.R.M.I.(F)Adalbert LehnerKofl.Mar.Korps (Stab) als 1. Adjutant


Kommandeur der Flieger der Hochseestreitkräfte (K.d.Flieg.F.; Kofl. Flotte)

Standorte / Bezeichnungen
15.11.1917 - 17.12.1918 Wilhelmshaven

Leiter
15.11.1917 - 17.12.1918 Frg.Kpt. Max Hagedorn

Unterstellte Einheiten
SFS Borkum, SFS Helgoland, SFS List, SFS Norderney, SMS Santa Elena (F.S.II)

+ Stab
00.11.1917 - 21.11.1918Olt.z.S.(F)Wolfgang von GronauKommandiert zum K.d.Flieg.F. (Stab) als 1. Adjutant
00.02.1918 - 00.06.1918Lt.d.R.M.A.(F)Carl StraatKommandiert zum Kofl.Flieg.F. (Stab) als 2. Adjutant
00.03.1918 - 24.09.1918Lt.z.S.(F)Heinrich WolffhügelKommandiert zum Kofl.Flieg.F (Stab) als Adjutant
21.03.1918 - 00.11.1918Lt.z.S.(F)Gottfried KaumannKommandiert zum K.d.Flieg.F. als 2. Adjutant


Kommandeur der Flieger der Ostseestreitkräfte (Kofl.O)
Wahrgenommen vom Kommandeur der I. SFA für alle Stationen. Mit der Schaffung der Stelle des Kofl.B.B.G. nicht mehr für die Stationen im baltischen Raum

Standorte / Bezeichnungen
??.01.1918 - ??.11.1918 Kiel-Holtenau

Leiter
??.01.1918 - ??.11.1918 Frg.Kpt. Hermann Buchholz

Unterstellte Einheiten
SFS Apenrade, SFS Bug, SFS Flensburg, SFS Holtenau, SFS Putzig, SFS Warnemünde, LFS Kiel


Gruppenführer der Flieger beim Befehlshaber der baltischen Gewässer (Grufl.B.B.G.)
Kommandeur der Flieger beim Befehlshaber der baltischen Gewässer (Kofl.B.B.G.)

Standorte / Bezeichnungen
18.04.1918 - 30.05.1918 Gruppenführer der Flieger beim Befehlshaber der baltischen Gewässer (Grufl.B.B.G.) Helsingfors (Helsinki)
01.06.1918 - ??.11.1918 Kommandeur der Flieger beim Befehlshaber der baltischen Gewässer (Kofl.B.B.G.) Libau

Leiter
01.06.1918 - ??.11.1918 Kpt.Lt. Hubertus Klein

Unterstellte Einheiten
SFS Libau, SFS Papenholm, SFS Reval, SFS Windau, SMS Answald (F.S.I), SMS Glyndwr, SMS Oswald (F.S.III)

+ Stab
29.07.1918 - 13.08.1918Lt.z.S.(B)Max ReinhardKommandiert zum Kofl.B.B.G. (Stab) als Adjutant


Kommandeurs der Marine-Landflugstationen der Nordsee (Kofl.N)

Die Stelle eines "Kommandeurs der Marine-Landflugstationen der Nordsee" (Kofl.N) wurde am 31. Juli 1917 für die Dauer der Mobilmachung genehmigt. Die Gründung erfolgte Ende September 1917. Zum 2. Dezember 1918 wurde die Auflösung befohlen.
Der Sitz der Behörde befand sich in Zetel, etwa 15 km südwestlich von Wilhelmshaven und 5 km ostwärts der Landflugstation Barge. Dort verblieb sie bis zu ihrer Auflösung. Personalstärke: 3 Offiziere, 2 Unteroffiziere und 10 Mann.

Der Kofl.N hatte die Aufgabe, alle Maßnahmen zu treffen, um die Luftverteidigung der Küste durch Flugzeuge auf den höchst möglichen Stand zu bringen; dieser sollte durch ständige Kontrollen und durch Übungen mit den unterstellten Fliegerverbänden auf der erreichten Höhe gehalten werden, damit die wichtigste Aufgabe erfüllt werden konnte: einfliegende feindliche Maschinen abzuwehren. Insbesondere war ihm die Flugabwehr der Festung Wilhelmshaven mit ihren Werften und umfangreichen militärischen Anlagen übertragen.

Der Kommandeur der Marine-Landflugstationen des Nordseeküstengebiets von der Gründung bis zur Auflosung des Kommandos war Kptlt. Ritscher, der vorher Kommandeur der Feldflieger des Marinekorps gewesen war. Der Kofl.N war dem Kommando der Marinestation der Nordsee unterstellt, dem er für die taktische Verwendung der Flugzeuge und die Gefechtsbereitschaft der Flugstationen unmittelbar verantwortlich war. In allen anderen Angelegenheiten war er dem Marine-Flugchef unterstellt. Materialnachschub und Personalwirtschaft lag bei der Marine-Landflieger-Abteilung.

Nach Gründung des Kommandos der Marine-Landflugstationen des Nordseeküstengebietes und Beziehen eigener Geschäftsräume in Zetel in Oldenburg kam es darauf an, die Dienststelle mit den vorgesetzten Behörden und den einzelnen Flugstationen durch direkte Fernsprechleitungen zu verbinden, da das Gelingen einer wirksamen Luftabwehr von dem rechtzeitigen Start der Mschinen abhing. Es wurden ein fünflitziges Kabel nach Wilnelmshaven und direkte Leitungen nach Barge, Hage, Nordholz, Enden und Bremen gelegt. Bei deren Ausfall bestand durchweg noch die Möglichkeit, auf einem zweiten, manchmal sogar auf einem dritten Wege die geforderten Verbindungen herzustellen.
Standorte / Bezeichnungen
31.07.1917 - 02.12.1918 Zetel

Leiter
29.09.1917 - 02.12.1918 Kpt.Lt.d.R. Alfred Ritscher

Unterstellte Einheiten
LFS Hage, LFS Nordholz, LFS Tondern, LFS Wilhelmshaven / Barge

+ Stab
28.09.1917 - 10.10.1917Olt.d.R.M.A.(B)Walter SchumannKommandiert zum Kofl.N (Stab) als Adjutant
23.01.1918 - 24.09.1918Lt.d.R.Josef WeckherlinKommandiert zum Kofl.N (Stab) als Adjutant
20.03.1918 - 28.04.1918Lt.d.R.M.I.(B)Karl WippermannKommandiert zum Kofl.N (Stab) als Adjutant vorübergehend während der Beurlaubung des Lt.d.R.M.A. Weckherlin


Gruppenkommandeur der Seeflieger (Gruflsee)
Kommandeur der Seeflieger (K.d.See)

Am 27. Januar 1917 wurde die Aufstellung einer Neuformation "Kommandeur der Seeflieger des Marinekorps" mit Wirkung vom 1. Februar 1917 befohlen. Standort war Zeebrügge.
Am 6. Februar 1918 wurde die Dienststellenbezeichnung geändert in "Gruppenkommandeur der Seeflieger" (Gruflsee). Am 10. 0ktober erhielt er die Befugnisse eines Kommandeurs der Flieger und führte die Bezeichnung "Kommandeur der Seeflieger", Sitz sollte Plankenberghe sein.

Kommandeur war Kpt.Lt. von Tschirschky und Boegendorff von der Gründung der Dienststelle bis zu seinem nach kurzer Krankheit am 16. Oktober 1918 erfolgten Tod.
Von Januar 1916 bis Januar 1917 war Kpt.Lt. von Tschirschky Leiter der Seeflugstation Flandern 1, Zeebrügge.
Der (Gruppen-) Kommandeur der Seeflieger unterstand direkt dem Kommandeur des Luftfahrwesens des Marinekorps in Flandern bzw. dem Kommandeur der Flieger des Marinekorps. Bei der Gründung der Dienststelle wurden ihm die Seeflugstationen Flandern 1 und 2 unterstellt, spater die Fernaufklärungsstaffel und die Zentralwerkstatt sowie bis zum 31. August 1918 die Seefrontstaffel. Stammarineteil war die II. Seeflieger-Abteilung.
Kpt.Lt. von Tschirschky begründete die Aufstellung seiner Behörde wie folgt:
"Die sich immer erweiternde Seefliegerei, die Aufstellung der Seefrontstaffel, die Loslösung der Zentralwerkstatt von See I verlangten eine einheitliche straffe Leitung, um ein ersprießliches Zusammenarbeiten zu gewährleisten"

Durch die Zusammenarbeit von Luft- und Seestreitkräften wurde die Benutzung der flanderischen Häfen als U-Bootstützpunkte überhaupt erst ermöglicht. Der Einsatz der Seeflieger in der Luftjagd jedoch war daher vor allem ein unausgesetzter Kampf um die Freiheit des Handelns zur Durchführung jener Aufgaben, die eine Vorbedingung für die U-Bootkriegführung von den Sasmtükmpmmhnam flandrischen Seestützpunkten aus bildeten. Darin ist die operative Bedeutung des Einsatzes der Seeflieger zu sehen.
Standorte / Bezeichnungen
01.02.1917 - 05.02.1918 Kommandeur der Seeflieger (K.d.See) Seebrügge
06.02.1918 - 16.10.1918 Gruppenkommandeur der Seeflieger (Gruflsee) Seebrügge

Leiter
03.02.1917 - 16.10.1918 Kpt.Lt. Bernhard von Tschirschky und Boegendorff

Unterstellte Einheiten
SFS Flandern 1, SFS Flandern 2, SFS Flandern 3, Seefrosta, Zentralwerkstatt

+ Stab
00.07.1917 - 10.10.1917Lt.z.S.(F)Hans RolshovenBeim Gruflsee als Adjutant
00.07.1918 - 30.10.1918Lt.z.S.(F)Erich KillingerKommandiert zum Gruflsee als Adjutant


Gruppenkommandeur der Küstenflieger (Gruflküst)
Kommandeur der Küstenflieger des Marinekorps (K.d.Küst)

Am 14. September 1917 wurde eine "Marine-Küstenflieger-Abteilung Flandern" gebildet, im November 1917 ist ein "Kommandeur der Küstenflieger des Marinekorps" (K.d.Küst) mit Sitz in Blankenberghe vermerkt; Inhaber der Stelle war von September 1917 bis Kriegsende Kpt.Lt. Schroeter.
Am 6. Februar 1918 wurde die Dienststellenbezeichnung "Kommandeur der Küstenflieger des Marinekorps" geändert in "Gruppenkommandeur der Küstenflieger" (Gruküst).
Während die Räumung Flanderns im Oktober 1918 vorbereitet wurde und anlief, haben die einzelnen Staffeln noch organisatorische Veränderungen durchgemacht, an denen jedoch der Kommandeur nicht mehr mitgewirkt hat; die Auflösung der Dienststelle ist etwa Anfang bis Mitte Oktober 1918 anzusetzen.
Bei der Bildung der Dienststelle im September 1917 wurde der Kommandeur der Marine-Küstenflieger-Abteilung Flandern der 1. Marine-Division unterstellt, in allen anderen Angelegenheiten dem Kommando des Marine-Luftfahrwesens des Marinekorps. Die 1. Marine-Division hielt die Seefront des Marinekorps von der Mündung der Yser bei Nieuport bis zur niederländischen Grenze in einer Länge von 55 Kilometern besetzt; an der flanderischen Küste befanden sich die schweren Batterien zur Abwehr gegnerischer Landungsversuche. Dem Kommandeur unterstanden in taktischer Beziehung die Küsten-Flieger-Staffeln 1 und 2, die in allen andern Angelegenheiten den Stationsleitern der Seeflugstationen Flandern 1 und 2 unterstellt wurden. In jeder Beziehung wurden Kpt.Lt. Schroeter die Küsten-Flieger-Staffel 3 und die damals in Aufstellung befindliche Marine Küstenflieger-Schutzstaffel 1 unterstellt; später kamen noch die Küstenflieger-Staffel 4 und die Marine Küstenflieger-Schutzstaffel 2 hinzu.
Der Gruppenkommandeur der Küstenflieger hatte die Aufgabe, den Dienst der Küstenflieger-Staffeln zur Schußbeobachtung für die Artillerie entsprechend der taktischen Lage und den meteorologischen Verhältnissen zu regeln sowie die Durchführung ihrer Tätigkeit durch die Schutzstaffeln sichern zu lassen. Er setzte die mit Rädermaschinen ausgerüsteten Küstenflieger-Staffeln 3 und 4 vorwiegend bei guter Sicht ein, während den Schwimmerflugzeugen der Küstenflieger-Staffeln 1 und 2 ein Einsatz bei ungünstigen Witterungsverhältnissen. Diese konnten im Notfall wenigstens noch versuchen, auf dem Wasser niederzugehen. Die routinemäßigen Aufklärungsflüge wurden im letzten Kriegsjahr im Staffelverband durchgeführt, wobei drei Artillerieflugzeuge und darüber drei Schutzflugzeuge in Pfeilform flogen.
Standorte / Bezeichnungen
14.09.1917 - 05.02.1918 Kommandeur der Küstenflieger des Marinekorps (K.d.Küst) Blankenberghe
06.02.1918 - ??.10.1918 Gruppenkommandeur der Küstenflieger (Gruflküst) Blankenberghe

Leiter
14.09.1917 - ??.10.1918 Kpt.Lt. Franz Schröter

Unterstellte Einheiten
Küsta 1, Küsta 2, Küsta 3, Küsta 4, MaSchusta 1, MaSchusta 2

+ Stab
00.11.1917 - 21.01.1918Lt.z.S.(B)Ludwig von Frankenberg und ProschlitzKommandiert zum Gruflküst als Adjutant
12.01.1918Olt.d.R.M.A.(B)Walter SchumannKommandiert zum Gruflküst als Adjutant


Kommandeurs der Feldflieger des Marinekorps

Für eine am 11. November 1916 vorgesehene Besprechung legte der Kommandeur des Luftfahrwesens des Marinekorps zur Vorinformation einen Bericht vor, in dem er eine Vermehrung der Landflugwaffe des Marinekorps forderte. Er setzte dabei die mit Rädermaschinen ausgerüsteten Verbände des Marinekorps in Beziehung zu den Fliegerkräften des Heeres, wie sie bei den Armeekorps eingesetzt waren. Für sie habe der Kommandierende General der Luftstreitkräfte zu der Zeit eine Neuorganisation vorgesehen, so führte Kpt.z.S. Hans Heer aus, nach der die Kampfeinsitzermaschinen von den Fliegerabteilungen abgezogen und zu besonderen Jagdstaffeln formiert werden sollten. Aber nicht nur das, beide, Fliegerabteilungen und Jagdstaffeln, sollten vermehrt werden. Für das Frühjahr 1917 habe die Heeresleitung vorgesehen, daß jedes Armeekorps mindestens über zwei Fliegerabteilungen und jede Armee an der Westfront über zwei bis drei Jagdstaffeln verfügen sollten. Die Zuteilung neuer Landflugzeuge von den Fabriken wurde insgesamt vom Kommandierenden General der Luftstreitkräfte auch für das Marinekorps geregelt.
Schon um eine gleichmäßige Behandlung des Marinekorps mit den Armeekorps des Heeres in dieser Hinsicht zu erreichen, müßte eine Vermehrung der Landfliegerverbände des Marinekorps durchgeführt werden, sonst würde das Marinekorps gegenüber den anderen Korps in Rückstand geraten, obwohl es größere und umfassendere Aufgaben zu erfüllen habe. Zuerst einmal wären die Forderungen der Truppen im Stellungskrieg über der 25 km langen Landfront zu berücksichtigen. Nach dem Stillstand der Kämpfe an der Somme sei für 1917 ein feindlicher Angriff in Flandern zu erwarten, so daß zur unmittelbaren Unterstützung der Erdtruppen ein verstärkter Einsatz der Landfliegerverbände erforderlich sein werde, damit die Übrelegenheit des Gegners in der Luft nicht zu größeren Schäden führe. Über die Zusammenarbeit mit den Truppen im Schützengraben hinaus müsse ein selbständiger Luftkrieg zur Verteidigung des Luftraums über dem gesamten Gebiet des Marinekorps geführt werden. Im Gegensatz zu allen anderen Korps müßte der eindringende Gegner an drei Seiten abgewehrt werden. Einmal könnten die feindlichen Verbände über die Landfront einfliegen; dann von See her, wo die Alliierten in immer stärkerem Maße auch Landmaschinen einsetze, und schließlich wären die Landflugzeuggeschwader von den Grenzen der neutralen Niederlande zu erwarten, wohin sie über See außer Sichtweite der Küstenbeobachtungsstellen gelangten. Kapitän Herr stellte daher den Antrag, die Landfliegerverbände des Marinekorps auf zwei Marine-FeldfliegereAbteilungen und eine Marine-Jagdstaffel zu erhöhen.

Ende Januar 1917 wurde ein Befehl erlassen, in dem diese Forderungen erfüllt wurden, der darüber hinaus die Landflugwaffe des Marinekorps in einer Hand vereinigte: es wurde mit Wirkung vom 1. Februar 1917 die Stelle eines "Kommandeurs der Feldflieger des Marinekorps" geschaffen. Standort war Ghistelles. Kommandeur wurde Kpt.Lt.d.R. Alfred Ritscher. Er wurde dem Kommandeur des Luftfahrwesens des Marinekorps direkt unterstellt.
Ihm unterstanden ebenfalls seit dem 1. Februar 1917 die I. Marine Feldflieger Abteilung, die aus der bisherigen Nordgruppe der I. Marine Feldflieger Abteilung hervorging, und die II. Marine Feldflieger Abteilung, die aus der bisherigen Südgruppe der I. Marine Feldflieger Abteilung gebildet wurde.
Während der Vorbereitung und Durchführung (10. Juli 1917) des Unternehmens "Strandfest" zur Eroberung eines belgischen Brückenkopfes auf dem nördlichen Ufer der Ysermündung wurde die Dienststelle in das Schlößchen des Marquis d'Otto, 5 km südwestlich von Brügge, verlegt.
Als Kapitänleutnant Ritscher im Spätherbst 1917 Kommandeur der Marine-Landfflieger der Nordsee wurde, blieb die Stelle des Kommandeurs der Feldflieger beim Marinekorps in Flandern unbesetzt. Die Auflösung der Dienststelle ist um den 5. September 1917 anzunehmen.
1918 waren die beiden Marine-Feldflieger-Abteilungen dem Kommandeur der Flieger des Marinekorps unmittelbar unterstellt.
Standorte / Bezeichnungen
01.02.1917 - 05.09.1917 Ghistelles

Leiter
01.02.1917 - 29.09.1917 Kpt.Lt.d.R. Alfred Ritscher

Unterstellte Einheiten
1. MFFA, 2. MFFA


Kommandeur der Marineflieger beim A.O.K Mackensen (Kofl. AOK Mackensen)

Standorte / Bezeichnungen
03.01.1917 - 12.06.1917

Leiter
03.01.1917 - 09.06.1917 Kvt.Kpt. Gerhard Stubenrauch


Kommandeur der Marineflieger beim Sonderkommando Türkei (Kofl Soko Türkei)

Die Dienststelle wurde im Juli 1915 zugleich mit der Gründung der Wasserflugstation in Chanak-Kale und der Station in San Stefano gebildet.
Der Dienststellenleiter war bis November 1915 zugleich Leiter der Wasserflugstationen.
Am 7. September 1918 wurde die Dienststelle umbenannt in "Kommandeur der Flieger beim Sonderkommando Türkei“ (Kofl Soko Türkei) - und am 10. Oktober 1918 in "Kommandeur der Seeflieger beim Sonderkommando der Kaiserlichen Marine in der Türkei" (Kofl See Türkei). Im Juli 1918 wurde der Kommandeur unter Beibehaltung seiner Stellung zum Inspekteur des türkischen Wasserflugwesens im osmanischen Marine-Ministerium ernannt. Der Sitz der Behörde war San Stefano, 10 km westlich der türkischen Hauptstadt am Nordufer des Marmarameeres. Hier befand sich eine türkische Wasserflugstation. Diese sowie die türkischen Seeflugstationen Smyrna und Batum warer dem Kommandeur in seiner Eigenschaft als türkischem Inspekteur unterstellt.

Aufgabe war Einrichtung, Versorgung und Leitung der Seeflugstationen in der Türkei und anfangs auch Durchführung der ihnen taktisch gestellten Aufgaben entsprechend der Seekriegslage in den türkischen Gewässern. Ursprünglich waren die Wasserflugzeuge nur zur Verstärkung der Dardanellenverteidigung bestimmt. Da jedoch die türkische Marine nicht genügend Schiffe zur Aufklärung und U-Bootsicherung im Schwarzen Meer und Marmarameer einsetzen konnte, war Luftaufklärung und U-Bootsicherung durch Wasserflugzeuge geboten.

Die Behörde war dem Dardanellen-Kommando bzw. dem Oberkommando der Meerengen und später dem Sonderkommando der Kaiserlichen Marine in der Türkei unterstellt.
Die Abteilung war rein deutsch, auch der Leiter trug deutsche Uniform, die Mannschaften zur deutschen Uniform den Fez. Stammarineteil für die deutscher Seeflugstationen in der Türkei war die I.Seeflieger-Abteilung.
Standorte / Bezeichnungen
??.07.1915 - ??.11.1918

Leiter
??.07.1915 - ??.06.1916 Kpt.Lt.d.R. Ernst Liebmann
03.07.1916 - 30.06.1917 Kpt.Lt. Walter Langfeld
30.06.1917 - ??.11.1918 Kpt.Lt. Konrad Goltz

Unterstellte Einheiten
SFS Chanak Kale, SFS Kawak, FS Eregli, FS Kefken, SFS Mersina, zeitweise auch die SFS Xanthi sowie die osmanische SFS Smyrna, SFS Batum und die Station in San Stefano